Launige Festrede beim Maibock

Viagra für Regenwürmer, Imbissstand auf Kilimandscharo

In hintersinniger Django-Asül-Manier nimmt Alfred Schöberl beim Maibock-Anstich das Pittenharter Gemeindegeschehen aufs Korn

Pittenhart. Die Messlatte für Django Asül liegt hoch: Beim Maibock-Anstich in Pittenhart nahm Festredner Alfred Schöberl über 90 Minuten lang das örtliche Geschehen aufs Korn – hintersinnig, treffsicher und süffisant. Am Ende feierten ihn die Zuhörer im brechend vollen Saal der „Alten Zollstation“ mit stehenden Ovationen. „In Pittenhart rührt sich einiges“, lautete das Leitmotiv von Schöberls Rede. Der Burschenverein veranstalte nicht nur den Maibockanstich, sondern auch eine Beachparty beim Oacher in Altersham. „Und nächstes Jahr sparen sie sich sogar das Geld für den Ordnungsdienst. Das macht die Vodermaier Christa alleine, da spuren die wie nix.“

Auch Altbürgermeister Hans Spiel sprühe im Ruhestand nur so vor Ideen: „Bei dem würde ich mich nicht wundern, wenn er demnächst Regenwürmer mit Viagra füttert und sie dann der Zimmerei Plank als Nägel verkauft“, witzelte der Festredner. Auch in Pittenhart merke man, dass Bayern nun einen fränkischen Ministerpräsidenten habe, so Schöberl. Der vom Gartenbauverein geschmückte Osterbrunnen sei schließlich ein Brauch aus Franken: „Wenn man die Vorstandschaft vom Gartenbauverein bei der Fronleichnamsprozession daherschnaufen sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass die 2000 Eier ausblasen können.“

Pittenhart sei eine Gemeinde im Aufbruch, das sehe man nicht nur an den vielen Baustellen. Auch das Vorzeige-Unternehmen Schreinerei Mittermaier sei im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Weg nach oben, befand Schöberl: „2016 haben sie die Berghütte von Karl-Heinz Rummenigge eingerichtet, 2017 eine Alm auf der Kampenwand und heuer ein Restaurant auf der Zugspitze. Was kommt als nächstes? 2019 eine Käserei auf dem Matterhorn und 2020 ein Imbissstand auf dem Kilimandscharo?“ Von so viel Elan könne man sich im Rathaus in Obing eine Scheibe abschneiden: „Gut aufgelegt sind bei denen nur die Telefonhörer.“

Auf Bürgermeister Sepp Reithmeier färbe das Arbeitstempo in der Verwaltung jedoch offensichtlich nicht ab, im Gegenteil: „Der Sepp ist immer auf Achse und permanent in der Zeitung mit einem Spaten in der Hand zu sehen“, analysierte der Festredner. „Viele Schaufeln hat er schon heimgebracht, aber für die Gartenarbeit kann seine Frau den Sepp nicht brauchen, weil er den Boden zu stark verdichtet.“ Und: In der Bürgerversammlung 2016 habe das Gemeindeoberhaupt alle Bayern-Fans mit der Aussage geschockt, Pittenhart habe derzeit 1860 Einwohner: „Der Gehrlein Hans aus Höslwang hat daraufhin sofort einen Zweitwohnsitz bei uns angemeldet.“

Seit sage und schreibe 40 Jahren trage Reithmeier bei der Wallfahrt das Kreuz von Pittenhart nach Maria Eck: „Am Morgen trägt er das Kreuz fort und am Abend kommt er mit Fahne wieder heim.“ Die 38 Kilometer lange Strecke mache ihm nichts aus, er ist nur froh, wenn er die drei Kilometer durch Oberbrunn hinter sich hat, wusste Alfred Schöberl. Denn im „Gazastreifen von Pittenhart“ stehe der Bürgermeister als verzweifelter Vermittler zwischen den Fronten von „Bergbrunnern“ und „Talbrunnern“. „Die friedlichste Familie in Oberbrunn schreibt sich ‚Streit‘, das sagt alles!“ Sogar auf der jüngsten Rom-Reise der Vereine sei für den Frieden in Brunn gebetet worden: „Jeder einen Gang zurückschalten und Einsicht wagen“, so der Appell der Maibock-Redners, der selbst erst dann wieder an das Pult treten will, wenn in Oberbrunn der Friede einkehrt.

2018-04-30T12:18:29+00:00 30. April 2018|Allgemein|

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