Facetten der Volksmusik näher gebracht

Zum sechsten Mal trafen sich Musikanten in der „Alten Zollstation“ in Pittenhart

Beim sechsten Volksmusik-Hoagart in der „Alten Zollstation“ in Pittenhart durften die Liebhaber der besonderen Stimmung des Musikantentreffens in der Wirtshausstube nochmals diese Situation genießen, wegen eines Wasserschadens in dem eigentlich vorgesehenen größeren Gewölbesaals. Damit die Besucher im Gang nicht zu sehr benachteiligt wurden, sorgte Organisator und Moderator Karl-Heinz Fürst allerdings dafür, dass zur Abwechslung auch einmal eine Musikgruppe dort spielte, und das Gaststubenpublikum dann mit den Klängen allein vorlieb nehmen musste. Der Stimmung tat das keinen großen  Abbruch, die Musikanten freuten sich über die überall begeisterte Aufnahme und spielten diesmal ganz hoagartmäßig nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung einfach weiter – in wechselnden Kombinationen.

Die Spezialität des „Giadersdorfer Dreiklangs“ sind die frechen Lieder, mit denen Max Beer aus Evenhausen und von weiter her Rosa Karger und Anita Rottenkolber aus der Holledau in der Wirtsstube genau an der richtigen Stelle waren. Neben dem unvermeidlichen Thema Nummer eins, dem spannungsreichen Verhältnis von Mann und Frau, vor allem in der Ehe, war auch das Lied eines Pfarrers im Angebot, der sich über seine Kirchgänger geärgert hatte, die sich immer Plätze möglichst weit hinten suchten, und im Stil der Lieder aus der Küche eine Moritat über unerfüllte Liebe „Mit einer Weißwurscht in der Hand“ – der sängerische Vortrag immer garniert mit exzellenter Begleitung mit Zither und Gitarre.

Fürs Tanzen fehlte zwar der Platz, die richtige Stimmung hätte die Innleit´n Musi aus Gars am Inn und Haag aber schon in die „Alte Zollstation“ gebracht. Mit Harfe, Tuba, Bariton- und Flügelhorn und Ziach, mit „Amselpolka“ und „In der Gartenlaube“ sorgten Doris und Franz Schwarzenböck sen. und jun. und Stefan und Sepp Huber schwungvoll zumindest für viele wippende Füße. Die drei von der Dachboden-Musi, Susanne, Anna und Markus aus Emertsham und Oberneukirchen fügten sich mit Ziach, Harfe und Bass gut in die vorwiegend fröhliche Stimmung des Abends ein und bevorzugten ebenfalls die tanzbaren Musikstücke, neben traditionellen Polkas den Vierteljahrhundertwalzer von Herbert Pixner, mit dem sie einen etwas anderen Klang einbrachten. Für den aus traurigem Anlass verhinderten Harmonikaspieler Maxi Gröbner“ aus Trostberg sprang die Familienmusik Heigermoser ein, ebenfalls aus Trostberg. Markus Heigermoser an der Ziach, Mutter Brigitte mit Gitarre und ein befreundeter Tubabläser waren an diesem Abend eher für die ruhigere Facette traditioneller Volksmusik zuständig.

Für die Auflockerung des musikalischen Programms mit humorvollen Versen und Geschichten sorgte wieder Moderator Karl-Heinz Fürst. Unter anderem beschäftigte er sich mit dem Lebensmitte-Notstand, der über manch einen Mann schon mit seinem 40. Geburtstag hereinbricht. Wie tauglich allerdings Abhilfe durch Allgäuer Gliederöl oder Kieselgelkapseln ist, wurde in Gesprächsrunden im Publikum ohne Ergebnis diskutiert.

Am Schluss gab es noch ein besonderes Erlebnis, die zufällige außergewöhnliche Begegnung mit einer Künstlerin, die in der großen weiten Welt zu Hause ist. Die Geigerin Angelika Bachmann aus Hamburg vom Quartett „Salut Salon“, bekannt auch für ihr soziales Engagement, hatte in der „Zollstation“ Quartier genommen und wurde nach dem Abendessen von den musikalischen Klängen aus der Gaststube so sehr angelockt, dass sie Musikanten und Zuhörern eine Sondervorstellung mit einem klassischen Geigensolo gab. Musik erwies sich so als universelle Sprache durch alle Genres hindurch, die mühelos eine Verbindung der Herzen schafft.

Fotos und Text: Inge Graichen

Da die Hoagarts in der Alten Zollstation so gut von unseren Gästen besucht werden, ist auch 2018 alle zwei Monate (immer am letzten Mittwoch im Monat) eine „Stubenmusi“ für Sie geplant. Wir freuen Sie auch das nächste Mal am 28. März 2018 als Gäste begrüßen zu dürfen.

Familie Tremel und ihr Team

 

2018-02-20T15:28:44+00:00 20. Februar 2018|Allgemein|

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