Gute Stimmung beim Volksmusik-Hoagart

Zum vierten Mal trafen sich Musikanten in der „Alten Zollstation“ in Pittenhart

Der vierte Volksmusik-Hoagart in Pittenhart in der „Alten Zollstation“ vereinte wieder alle Vorzüge dieses besonderen Veranstaltungstypus, der in der Wirtshausstube sehr gut aufgehoben ist. Denn Wirtshaus-Hoagart ist, wenn die Bedienung mal eben mitten durch die Musikgruppen huscht und aus dem Publikum die Löffelschlager mitspielen. Organisator und Moderator Karl-Heinz Fürst aus Truchlaching hatte erneut hochkarätige Protagonisten der alpenländischen Volksmusik aus der Region eingeladen, die hatten sichtlich Spaß daran, ganz nah am Publikum Musik zu machen und es wurde wieder ein lockerer, abwechslungsreicher Abend.

Die „Waginger Wirtshausmusi“ fühlte sich hier natürlich gleich besonders heimisch und spielte von almerisch – Wohl in der Niederschwing“ – bis schwungvoll-tanzlmusimäßig flott auf. Zur „Wirtshausmusi“ gehört ein Löffelschlager-Weltmeister, der tatsächlich ein so wahnwitziges Tempo vorlegte, dass die Löffelschlager aus dem Publikum doch bald passen mussten. Die Sattler Buam, zwei Brüder aus Pfaffing, waren mit ihren Gitarren für den besinnlicheren Teil dieses Hoagarts mit den leiseren Tönen zuständig, virtuos gespielt und zu Herzen gehend. Diesmal waren auch die Lokalmatadore aus Pittenhart wieder dabei. Die „Jungen Pittenharter“ um Musiklehrer Klaus Stöcklhuber brachten Musik von Karl Edelmann und von der Rottauer Klarinettenmusi, so den „Ois-guade-Walzer“ und „Auf’m Kanapee“ – stilecht für ein Ensemble, in dem die Klarinetten eine wichtige Rolle spielen.

Einen ganz speziellen Klang brachte die Flötenmusik „Les Pompiers“ aus Altenmarkt ins Programm. Musiklehrerin Annemarie Bayerl hat im Laufe der Zeit schon viele Musikgruppen um sich geschart und auch zu den Flötistinnen der „Pompiers“ sind immer wieder neue gekommen. Geblieben ist das Ziel zu zeigen, dass Blockflöten sehr vielseitige Instrumente sind, gewissermaßen als Reklame für die Blockflöte. In der „Alten Zollstation“ erklärte Annemarie Bayerl daher auch die unterschiedlich großen Instrumente von Sopranflöte bis Subbass und die „Pompiers“ brachten unter anderem mit einem von Wolfgang Neumüller für die „Alztaler Flötenmusik“ komponierten Stück dem Publikum den Wohlklang der Blockflöten nahe. Der Name des Ensembles kommt übrigens vom Probenraum im Feuerwehrhaus.

Für die Auflockerung des musikalischen Programms mit Versen und Geschichten hatte sich Moderator Karl-Heinz Fürst diesmal wieder Unterstützung geholt, und zwar von Michael Reisinger aus Obertaufkirchen. Der machte gleich klar, wofür er sich zuständig fühlt – „die humoristischen Rosinen im musikalischen Teig“ – und verstand hervorragend, den vorgetragenen Texten Leben einzuhauchen. Besonderer Vorteil bei zwei Vortragskünstlern: ein gemeinsamer Auftritt für den Dialog eines Ehepaars ist möglich, ein Dialog über die Folgen zu großen Alkoholkonsums, der vielleicht trotz seiner humoristischen Überspitzung so manchem Zuhörer doch irgend wie bekannt vorgekommen sein könnte.

Fotos und Text: Inge Graichen

2017-11-11T08:28:10+00:00 05. Oktober 2017|Allgemein|