Der dritte Hoagart war ein voller Erfolg!

Wirtshaus – der passende Ort für Volksmusik

Dritter Volksmusik-Hoagart in der „Alten Zollstation“ in Pittenhart

Der dritte Volksmusik-Hoagart in Pittenhart in der „Alten Zollstation“ vereinte wieder alle Charakteristika dieses besonderen Veranstaltungstypus an einem sehr passenden Ort. Organisator und Moderator Karl-Heinz Fürst aus Truchlaching hatte erneut hochkarätige Protagonisten der alpenländischen Volksmusik aus der Region eingeladen, und die hatten sichtlich Spaß daran, ganz nah am Publikum Musik zu machen – diesmal sogar am gleichen Tisch mit den Zuhörern. Ob Absicht oder der drangvollen Enge geschuldet – es machte den Abend noch etwas familiärer und harmonischer als bei den vorangegangenen Hoagarts.

Die  Musikanten der „Happinger Ruck-Zuck-Musi” sind eine feste Größe im Volksmusikgeschehen im Rosenheimer Land, im ältesten Rosenheimer Trachtenverein „Rosenheim 1 Stamm“ aktiv und organisieren selbst Hoagarts, demnächst wieder in Westendorf bei Pang am 29. August. Mit Harmonika, Tuba und Bass, Hackbrett und Gitarre zeigten sie die große Bandbreite der zeitgenössischen alpenländischen Volksmusik, mit traditionellen Walzern, Boarischen und Polkas, aber auch neuen Stücken von jungen Volksmusikern, die in ihren Eigenkompositionen einen etwas anderen Klang einbringen, so von Johanna Dumfart, einer sehr aktiven jungen Ziach-Spielerin aus Oberösterreich, den Walzer „Für’n Christoph“, der ein wenig an Herbert Pixner erinnerte.

Die Lokalmatadore aus Pittenhart um Klaus Stöcklhuber hatten diesmal keine Zeit. Doch Seeon ist auch nicht allzu weit entfernt, und so vertraten die „Seeoner Sait‘n Musi” und das “Gitarrentrio“ aus Roitham – teilweise in Personalunion – die örtliche Musikszene. Das “Gitarrentrio“ hattet sich erst kürzlich zusammengefunden und in der „Alten Zollstation“ in dieser speziellen Besetzung seinen ersten öffentlichen Auftritt, doch gelang es den dreien sehr gut, mit den leiseren Tönen und getragenen, aber auch heiteren Melodien die Gaststubenbesucher zum Schweigen und stillen Zuhören zu bewegen. Die „Seeoner Sait‘n Musi” dagegen ist seit bald 30 Jahren rund um Seeon volksmusikalisch unterwegs und bereicherte den Hoagart unter anderem mit einer Polka aus Tirol und dem „Luxgang Boarischen“ von den „Schönauer Musikanten“, aber auch mit einem umarrangierten böhmischen Blasmusik-Stückl.

Organisator Karl-Heinz Fürst ist es ein Anliegen, dass in der „Zollstation“ neben den Etablierten der Volksmusikszene auch junge Musikanten eine Auftrittsgelegenheit haben. So erfreute die „Alzberg-Musi“ aus Seebruck die Zuhörer mit schwungvollem Klang eher in Richtung Tanzl-Musi und mit ungebremster Spielfreude.

Die Damen des „Kirchseeoner Zwoagsangs“ – mit männlicher Gitarrenbegleitung – vertraten bei diesem Hoagart das Sängerische und gleichzeitig das Lustig-Ironische, unter anderem mit einem Lied zu der Unlust der meisten bayerischen Männer, wenn es ums Tanzen geht: „I suachat an Tanzer“. Auch beim Ausflug in eine etwas andere musikalische Richtung – von Fredl Fesl im Stil eines Münchner Couplets– ging es um die Männer: „Jessas san die Männer dumm“.

Für die Auflockerung des musikalischen Programms mit humorvollen Versen und Geschichten sorgte wieder Moderator Karl-Heinz Fürst. Vor allem Texte von Franz Resl hatte er ausgesucht, einem österreichischen Schriftsteller und Humoristen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die beinahe 100 Jahre alten Texte hatten nicht allzu viel an Aktualität verloren, z.B. wenn es darum ging, wie man den Fahrkartenkontrolleur in der Eisenbahn austrickst.

Nach diesem wieder sehr abwechslungs- und erlebnisreichen Abend war klar, dass es eine Fortsetzung geben sollte. So ist nun am Mittwoch, 27. September, der  nächste Hoagart in der „Alten Zollstation“, möglicherweise bereits in dem neuen Veranstaltungsraum im Nebengebäude, in dem die Enge dann nicht mehr ganz so groß sein wird, ohne dass die Nähe zwischen Musikanten und Publikum verlorengeht. Es ist geplant, die Veranstaltungsreihe fortzuführen, immer am letzten Mittwoch der ungeraden Monate. (Bild und Text von Inge Graichen)

Bildunterschriften:

Die „Happinger Ruck-Zuck-Musi” sitzt mit den Gästen an einem Tisch (Beitragsbild 2)

Abwechselnd zu spielen und zuzuhören gilt es für die Musikanten beim Hoagart – im Vordergrund das „Seeoner Gitarrentrio“ in Aktion, im Hintergrund die „Alzberg-Musi“ und eine der Sängerinnen vom „Kirchseeoner Zwoagsang“ (Beitragsbild 3)

2017-08-11T12:16:17+00:00 11. August 2017|Allgemein|

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